Page 90

Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Luftwaffe Das aktuelle Interview Für das ZentrLuftOp bedeutet dieser Auf- trag, dass wir aus dem Gesamtumfang des Personalkörpers den Kernstab des JFAC HQ (DEU) zum Planen und Führen 90 von Luftoperationen identifizieren, ausbilden und der NATO zur Verfügung stellen müssen. Zusätzlich muss aus der Luftwaffe zusätzliches Fachpersonal identifiziert werden, das über die Fähigkeiten verfügt, die im ZentrLuftOp nicht vorhanden sind, aber für die Auftragserfüllung des JFAC HQ zwingend erforderlich sind. Auch für deren Ausbildung und Sicherstellung ihrer Verfügbarkeit im JFAC HQ ist das ZentrLuftOp verantwortlich. Mit dem nationalen Personal kann lediglich ein Schichtäquivalent des JFAC HQ (DEU) gestellt werden. Für einen dauerhaften Einsatzbetrieb über 24 Stunden/7 Tage die Woche ist eine um- fassende multinationale Verstärkung erforderlich, der dazu erforderliche „Force Generation Process“ liegt ebenfalls in unserer Verantwortung. Da das JFAC HQ (DEU) keine „stehende Organisation“ ist, sondern erst für Übun- gen oder für den Einsatz aus dem Grundbetrieb des ZentrLuftOp aufgestellt wird, ist diese Aufgabe nicht strukturbestimmend und daher als „Nebenaufgabe“ wahrzunehmen. Im ZentrLuftOp ist lediglich ein kleines Dezernat aufgestellt, das für die Planung und Steue- rung aller Aufgaben zum Aufbau des JFAC HQ (DEU) verantwortlich ist. Ergänzend dazu ist die Abteilung 7 für die Planung und Steuerung der erforderlichen lehrgangsgebundenen Fachausbildung zum Planen und Führen von Luftoperationen sowie Vorbereitung und Durchführung entsprechender Übungen verantwortlich. Der so gewählte Ansatz zur Aufstellung des JFAC HQ (DEU) hat natürlich Auswirkungen auf den Grundbetrieb des ZentrLuftOp. Im Fall, dass das JFAC HQ zu aktivieren ist – wie dies ja in 2018 der Fall sein könnte – erfordert das Heraus- ziehen des Fachpersonals aus dem Grundbetrieb des ZentrLuftOp die Anpassung der verbleibenden „Reststruktur“, um die auch bei Aktivierung des JFAC HQ (DEU) weiterhin zu erfüllenden Aufgaben wahrnehmen zu können. Neben den personellen Aspekten ist das ZentrLuftOp auch für die Bereitstellung der für den Einsatz eines multinationalen Gefechtstandes erforderlichen Infrastruktur verantwortlich. Diese umfasst neben der Gefechtsstandhülle auch die erforderlich IT -Ausstattung, die durch das ZentrLuftOp in einer stationären und ver- legefähigen Form verfügbar gehalten werden muss. Zum Erreichen der vollen Einsatzbereitschaft des JFAC HQ ist zudem externe Unterstützung vor allem im Bereich Logistik erforderlich, die durch uns auszuplanen ist. Zudem werden in meinem Stab die Fähigkeiten des JFAC HQ (DEU) auf der Grundlage der nationalen und multinationalen Vorgaben und Vorschriften sowie unter Berücksichtigung der Einsatz und Übungserfahrungen ständig weiterentwickelt. Zusammenfassend ist das ZentrLuftOp für den Aufbau und Erhalt der personellen und materiellen Einsatzbereitschaft des JFAC HQ (DEU) sowie dessen Weiterentwicklung verantwortlich und schafft somit die entscheidenden Voraussetzungen, damit das JFAC HQ (DEU) Formation EUROFIGHTER der Luftwaffe. © HHK / Archiv HHK 3/2017 RECCE TORNADO vor einem Einsatz über Syrien. © Bundeswehr Blick in das Cockpit eines RECCE TORNADO. © Bundeswehr


Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above