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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Heer Truppenführung vor dem Hintergrund hybrider Bedrohungen Trotz hybrider Bedrohung sind Truppenführer nach wie vor in der Pflicht, militärische Aufträge zu erfüllen, Soldaten auszubilden und verantwortungsbewusst führen. Stichwort Komplexität – Truppenführung vor dem Hintergrund hybrider Bedrohungen Trotz hybrider Bedrohung sind Truppenführer nach wie vor in der Pflicht, militärische Aufträge zu erfüllen Autorengruppe Kommando Heer II 2 (3) Truppenführung von Landstreitkräften ist der Schwerpunkt des Referates II 2 (3) im Kommando Heer. Es verbirgt sich vieles hinter dieser knappen Bezeichnung, so zum Beispiel die Entwicklung der neuen Vorschrift „Truppenführung“ (TF) oder auch die inhaltliche wie organisatorische Gestaltung des Führungsseminars der Heeresgeneralität. Das Referat bearbeitet „Metathemen“, die wiederum die Möglichkeit bieten, externes Fachwissen und Impulse aus Geistes- und ange- wandter Militärwissenschaft oder auch Managementtheorie zu integrieren. Diese Einbindung nichtmilitärischer Expertise gelingt mittels Reservedienstleistenden, Tagungsteilnahmen sowie externer Fachleute im Rahmen von Workshops sehr gut. Merkmale von Komplexität Der „hybride Krieg“ ist mittlerweile eine stehende Größe in unserer Wahrnehmung. 80 Hiermit in engem Zusammen- hang steht der Begriff „Komplexität“. Beide Themen wurden im Referat gründlich behandelt, denn sie haben weit- reichende Folgen auf das Wirken deutscher Truppenführer. Zunächst also die Frage: Genügt es, komplex mit schwierig oder kompliziert zu übersetzen? Eindeutig nein, denn komplex meint, die Kontrolle nie vollständig zu haben, sondern – gleichsam einem Seiltänzer oder Jongleur – auf unsicherem Grund stets auf unbekannte Einflussgrößen gefasst zu sein. In der gängigen Managementliteratur werden kom- plexe Situationen oft dadurch charakterisiert, dass sie umfangreich, vernetzt, dynamisch und intransparent sind. Komplexe Probleme zeichnen sich durch die Vielzahl von möglichen Zielzuständen aus. „Sie sind umfangreich“ meint, dass die Probleme aus vielen Variablen bestehen, die beachtet werden müssten, obwohl der Problemlöser, sprich Truppenführer, das nicht leisten kann. Eigene, gegnerische, sonstige Variablen können sein: zu Art, Anzahl, Kampfkraft, Interessen und Absichten von Großverbandsebene bis zum Einzelschützen, Räume, Infrastruktur, Geofaktoren oder Einstellung und Stimmungen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, Akteuren oder Konfliktparteien. Die Änderungen in den Zuständen dieser Variablen wer- den als Effekte oder Wirkungen bezeichnet. „Sie sind vernetzt“ meint, dass die Vari- ablen nicht isoliert nebeneinander stehen, sondern sich gegenseitig in Richtung, Charakteristik und Stärke beeinflussen. Die Vernetztheit kann zur Folge haben, dass Maßnahmen auch unbeabsichtigte Neben- bzw. Fernwirkungen erzeugen. Digitale Technologie erlaubt Echtzeitverbindungen, die in den vernetzten Strukturen beschleunigend wirken und aus denen reale Konsequenzen erwachsen. Ein Vergleich der Auswirkung von Frontereignissen auf die politische Unterstützung in der Heimat macht dies offensichtlich. Kleinere Ursachen – etwa das tatsäch- HHK 3/2017


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