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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Streitkräftebasis Professionelles Coaching vom Zentrum Innere Führung von Feedback von „unten“. Vor allem Bestätigung ist sehr selten, Kritik eher versteckt. Dies erklärt auch, warum die Spannung in den Coachings extrem hoch ist, wenn es an die Eröffnung der Mitarbeiter Rückmeldung geht. Viele Spitzenkräfte haben zwar ein Bauchgefühl 74 dafür, wie sie wahrgenommen werden, sind jedoch sehr dankbar für den im Coaching bereitgestellten Spiegel. Hier hat die Bundeswehr noch einen Weg zu gehen, ist aber aus meiner Sicht mit der Individualcoaching (SPC) und anderen flankierenden Maßnahmen, wie zum Beispiel Teamcoaching (FMO), auf dem richtigen Pfad, die Feedbackkultur weiterzuentwickeln. Sicher gibt es noch die eine oder andere Stellschraube der Optimierung, insgesamt kann man aber sagen, dass die ersten knapp zwei Jahre Spitzenkräftecoaching in der Bundeswehr, die in der „Agenda Attraktivität“ proklamierte Verbesserung zielführend eingeleitet haben und es mit 98% Zufriedenheit der Spitzenkräfte mit der Maßnahme SPC eine sehr zufriedene Zielgruppe gibt. Dieser extrem hohe Wert liegt vor allem an der individuellen Begleitung. Häufig wird der Führungskraft erst an diesem Tag klar, dass das Spitzenpersonalcoaching nur für sie ist, welchen Mehrwert sie daraus ziehen kann und was es wirklich im Kern bedeutet. Brigadegeneral Wolfgang Richter, Beauf- tragter Erziehung und Ausbildung Generalinspekteur, nutzt die Coaching- Disc, um seine Führungssituation zu reflektieren. ZInFü: Können Sie noch einmal grundsätzlich das System des Coaching verdeutlichen? Wegener: Im Englischen bedeutet der Begriff „coach“ übrigens „Kutsche“, was bildlich gesprochen den Prozess des Coachings treffend beschreibt. Coaching gleicht in gewisser Weise einer Kutschfahrt. Auch hier ist dem Reisenden (Coachee) sein Ziel bekannt, währenddessen der „Kutscher“ (Coach) den Weg dorthin kennt. Der Weg zum Ziel wird vor allem über (ungewöhn- liche) Fragen gegangen, die die Spitzenkraft auffordern, ihre eigene Führungswirklichkeit zu reflektieren. Im Unterschied zum klassischen Hörsaal der Bundeswehr kann man hier keinen Vortrag erwarten, sondern eine Chance, sich individuell in seinem Führungsverhalten in einer maßgeschneiderten Maßnahme zu optimieren. Natürlich gibt es in der Theorie einen klassischen Ablauf des Tages, jedoch sieht in der Realität jeder SP C-Tag anders aus. Der Tagesablauf orientiert sich an den Fragestellungen der Führungskraft,so dass man im übertragenen Sinne sagen kann: Keine Reise gleicht einer anderen. Ergebnis ist jedoch immer ein klares Selbstbild, sowie eine Zielformulierung, an der die Spitzenkraft im weiteren Verlauf mit Hilfe von zusätzlichen Indivi- dualcoachings oder Seminaren arbeiten kann. In der Wirtschaft sind vergleich- bare Entwicklungsinstrumente nur schwer zu finden – ein Projekt der Spitzenklasse halt! Intervention mit „Gefühlsmonster“-Karten während des Coachinggespräches. © ZInFü HHK 3/2017


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