Page 73

Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Professionelles Coaching vom Zentrum Innere Führung Streitkräftebasis Methoden einzulassen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht schlüssig sind, aber schon manches Mal die Spitzenkraft in Erstaunen versetzt haben: „Sie können ja zaubern, jetzt weiß ich, wie ich das in Zukunft machen werde.“ Offenes, konstruktives Feedback zum Führungsverhalten ist im direkten Vergleich zur Wirtschaft hingegen noch nicht so weit verbreitet. Sicher trägt auch die Befehlsstruktur ihren Teil dazu bei. So fehlt im Alltag oft ein Spiegel zum Abgleich ihres Bildes in Form 73 Der externe Coach bringt jahrelange Coaching-Erfahrung plus den neutralen Blick von außen mit ein und kann so helfen, eventuelle „Systemblindheit“ aufzulösen und zudem Impulse aus Bereichen des Wirtschaftslebens zu geben. Diese Mehrdimensionalität der Begleitung ist für die Spitzenkraft im Coaching kein „entweder – oder“, sondern ein „sowohl als auch“. Bei allen Unterschieden gibt es ent- scheidende Merkmale, die uns Coaches, ganz gleich, ob zivil oder militärisch, einen. Dazu zählen unsere Anschlussfähigkeit an die Themen sowie an die Persönlichkeit der Spitzenkraft, unsere ressourcen- und lösungsorientierte Haltung und die Absicht, die Führungskraft sowie deren Entwicklung in den Mittel- punkt unseres gemeinsamen Handelns zu stellen. Hinzu kommt, dass die Tandem Konstellation das höchste Maß an Professionalität ermöglicht, da die Coaches sich kontinuierlich reflektieren, sich gegenseitig Feedback geben und damit eine gegenseitige „Live-Super- vision“ erfolgt. Das Spitzenkräftecoaching bietet dabei der Spitzenkraft innerhalb eines vertraulichen und geschützten Rahmens einen Impuls, sich selbst zu reflektieren. Zentrales Instrument dabei ist das Feedback der Mitarbeiter. Dies geschieht zum einen durch einen anonymen 360° Fragebogen, zum anderen durch Umfeldinterviews vor Ort, die wir mit den Mitarbeitern führen. So kann die Spitzenkraft individuelle Führungs- herausforderungen reflektieren und neue Ansätze mit uns Coaches gemeinsam erarbeiten. ZInFü: Gibt es für die Führungskräfte in der Bundeswehr andere Themen als in der freien Wirtschaft? Wegener: Was die Vielfalt der Themen angeht, bleibt festzuhalten: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und auch für Spitzenkräfte in der Bundeswehr gilt: Letztlich müssen diese vor allem eine Person führen, nämlich sich selbst. In einer Führungskultur, basierend auf Vertrauen und Werten (Menschen- führung), ist dies umso zentraler, denn nur die Fähigkeit, Vertrauen in die eigene Person zu generieren, führt zum Erfolg. So ist es nicht verwunderlich, dass „Mit dem würde ich in den Einsatz gehen“ das größte Lob ist, das ein Offizier bekommen kann. Was ich gefühlt stärker wahrnehme als in anderen Organisationen, ist eine Verbundenheit untereinander – die bereits beschriebene Kameradschaft, die auch uns entgegengebracht wird. Dazu kommt eine außergewöhnlich hohe Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und Spitzenkräfte, die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen übernehmen. Viele haben ihre eigenen (Führungs-) werte intensiv reflektiert und konkrete Vorstellungen davon, wie sie führen möchten und vor allem: „Wofür will ich als Führungskraft stehen?“. Ebenfalls bemerkenswert ist eine große Offenheit, auch über persönliche Führungsherausforderungen zu sprechen, zumal die Coaches und die Spitzen- kraft sich an dem Tag ja zum ersten Mal begegnen. Damit einher geht eine hohe Bereitschaft, sich auch auf HHK 3/2017 Für Generalarzt Dr. Andreas Hölscher, stellvertretender Kommandeur Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung, ist das Konzept des Tandems überzeugend. Auch für Spitzenkräfte in der Bundeswehr gilt: Letztlich müssen diese vor allem eine Person führen, nämlich sich selbst. © HHK / Archiv


Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above