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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Streitkräftebasis Professionelles Coaching vom Zentrum Innere Führung Professionelles Coaching vom Zentrum Innere Führung Die Führungskraft im Mittelpunkt – neutral, ressourcenorientiert und diskret Das Zentrum Innere Führung bietet Führungskräften der Bundeswehr durch den Bereich Coaching einen ganz besonderen Service. Mit dem SpitzenPersonal- Coaching (SPC), werden Führungskräfte angesprochen, deren Entgelt sich nach der Einstufung in die Gruppe der Oberste und Generale (vergleichbar „Höherer Dienst“) richtet. Diese Maßnahme hat ihren Ursprung in der „Agenda Bundes- wehr in Führung“ und soll bis 2019 fester Baustein in der Führungskräfteent- wicklung der Bundeswehr werden. Das Besondere liegt im Tandemansatz. Gleich zwei Coaches stehen für die Führungskraft in der Kernphase des Coachings bereit. Ein Konzept, das die Führungskräfte stets aufs Neue begeistert. Ein Bw- interner, mit entsprechendem zivilen oder militärischen Hintergrund, sowie ein Bw-externer Coach, mit langjähriger Erfahrung in der Wirtschaft, bilden jeweils ein Team. Eine von ihnen ist Judith Wegener. Sie ist systemischer Coach und Veränderungsmanager (DVBC e.V.) und leitet den Bereich Training& Coaching bei der meta | five GmbH in Köln. Sie ist eine von zehn externen Coaches im Spitzenkräftecoaching. Ihre Eindrücke schildert sie im folgenden Interview. Die Fragen stellte Oberstleutnant Karsten Schönau; er ist Angehöriger der Abteilung Menschenführung am Zentrum Innere Führung und Teamleiter eines SpitzenPersonalCoaching-Teams (Teamleiter SPC). „Sie können ja zaubern“ – Spitzenkräftecoaching 72 aus der Sicht eines bundeswehrexternen Coaches ZInFü: Frau Wegener, mit fast zehnjähriger Erfahrung als Systemischer Coach und Veränderungsmanager (DVBC e.V.) war es sicherlich eine spannende Heraus- forderung, diesen Auftrag bei der Bundeswehr anzunehmen. Was hat Sie in den ersten zwei Jahren am meisten beeindruckt? Wegener: Lassen Sie mich mit einem Rückblick beginnen: Im Juli 2015 begann für mich und neun weitere externe, zivile Coaches sowie sieben interne Bundeswehrkollegen im Zentrum Innere Führung unsere Arbeit im Spitzenkräftecoaching (SPC) der Bundeswehr. Bereits die ersten Gespräche ließen erkennen, dass dies für die Spitzenkräfte und uns ein besonderes Projekt wird und die Bundeswehr ihre eigene Sprache spricht. „Meine Vorverwendung vor dem SPC war in ….“. Verwendung? Was ist denn damit gemeint? Mittlerweile sind es über 80 gecoachte Spitzenkräfte ab der Ebene A 16 aufwärts und ich werde oft gefragt, was denn die Unterschiede zu Führungs- kräften in der Wirtschaft seien. Ein zentrales Differenzierungsmerkmal ist bereits im Juli 2015 deutlich spürbar: Teamgeist oder besser Kameradschaft werden großgeschrieben, und so sind wir zwar „Externe“, aber gleichzeitig selbstverständlicher Teil des internen Teams. Diese Teams wurden zusammengestellt, um das Projekt erfolgreich in die Organisation zu bringen. So liegt bereits beim ersten Aufeinandertreffen ein großer Fokus darauf, uns in die Welt der Bundeswehr einzuweihen. Ich kann nur herausstellen, dass uns für unsere Erfahrung und Expertise von Beginn an enorme Wertschätzung zuteilwurde. Hochengagiert, professionell und mit großer Leidenschaft das Thema Coaching in die Streitkräfte zu bringen – so erlebe ich das SPC Team, divers in Hintergründen, Biographie und Ausbildung sowie mit der einzigartigen Besonderheit, immer als Coachingteam mit der Spitzenkraft zu arbeiten. Dies unterscheidet das SPC ganz klar von anderen Coachingaufträgen in der freien Wirtschaft. Den „Luxus“, von gleich zwei Experten intensiv einen ganzen Tag begleitet zu werden, habe ich so noch nirgendwo erlebt. Dies hat für die Spitzenkraft mehrere Vor- teile. ZInFü: Worin liegen diese Vorteile des „Tandemansatzes“ und was zeichnet Ihrer Meinung nach einen Coach aus? Wegener: Ganz klar und auf der Hand liegt: Vier Augen sehen mehr als zwei und bieten der Spitzenkraft so eine erweiterte Perspektive, da sich die individuellen Erfahrungswelten der Coaches unterscheiden. So kennt der interne Coach die Organisation sowie das System, und er ist vor allem der Experte für die Innere Führung. Selfie mit Judith Wegener, Oberst i.G Dr. Ferdi Akaltin, Kommando Heer Abteilung Planung (Mitte), und seinen Coaches nach dem Feedbackgespräch. HHK 3/2017


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