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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Schwerpunkt 31. AFCEA-Fachausstellung – Hotel Maritim Bonn Im Bereich der IT ist die BWI der Innovationstreiber für die Bundeswehr Das Projekt HERKULES hat sich als ein starkes Fundament für die Zukunft erwiesen Jürgen K.G. Rosenthal Die BWI betreibt eines der größten und komplexesten IT-Systeme in Deutschland. Dabei hat sie in den vergangenen Jahren in dieser Form einmalige Erfahrungen und Kompetenzen in der Konsolidierung, Standardisierung und Zentralisierung von IT-Verfahren und Systemen aufgebaut. Das in 2016 zu Ende gegangene Projekt HERKULES war hinsichtlich der Laufzeit, der Finanzen und seiner Relevanz für die Bundeswehr ein ausgesprochen erfolgreiches Projekt und damals die größte öffentlich-private Partnerschaft in Europa. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass HERKULES seine Ziele erreicht hat. Im Ergebnis sind das stabile und skalierbare Datennetze, ausfallsichere und leistungsstarke Rechenzentren, moderne IT-Arbeitsplätze sowie eine umfassende Nutzerbetreuung. Was bleibt am Ende von HERKULES übrig? Geblieben ist die BWI. Als 100-prozentige Bundesgesellschaft sorgt sie weiterhin für einen zuverlässigen und sicheren Betrieb der nichtmilitärischen Bundeswehr-IuK (Information und Kommunikation). Das IT- System ist nicht nur aktuell gut aufgestellt, sondern lässt sich kontinuierlich weiterentwickeln, damit es den Anforderungen der Streitkräfte stets gewachsen bleibt. Mit der nunmehr „neuen“ BWI hat der Bund ein modernes und leistungsfähiges 60 IT-Haus bekommen, das in den vergangenen zehn Jahren einen großen Erfahrungsschatz angesammelt hat. Zum einen im Aufbau und Betrieb von komplexen IT-Infrastrukturen und zum anderen im erfolgreichen Management von äußerst anspruchsvollen und vielschichtigen Großprojekten. Dieses umfassende Know-how, das den Vergleich mit Industriestandards bestehen würde, ist für die „neue“ BWI von unschätzbarem Wert und verschafft dem Bund auch in zahlreichen anderen Bereichen Möglichkeiten, um moderne und ver- lässliche IT-Infrastrukturen etablieren be- ziehungsweise konsolidieren zu können. Der Auskunfts- und Vermittlungsdienst ist rund um die Uhr erreichbar. Insofern hat HERKULES Wichtiges für die IT der Bundeswehr geleistet und empfiehlt die BWI damit auch als ITDienstleister für andere Bereiche des Bundes bzw. der öffentlichen Hand. Neuer Gesellschafter – neue Aufgaben Im Programmheft zur AFCEA-Fachausstellung äußerte sich der CEO der BWI, Ulrich Meister, ausführlich zu den Aufgaben der BWI und zu seinen Erfahrungen nach Amtseintritt. Er machte deutlich, dass ihn vieles bei der BWI überrascht habe. Beispielsweise die hohe Qualität der Leistungserbringung und die hohe Transformationskompetenz des Unternehmens. Er sehe diese auf dem Stand großer IT-Unternehmen, wenn nicht sogar besser. Als nunmehr 100-prozentige Ge- sellschaft des Bundes hat die BWI seit Jahresbeginn nur noch einen Gesellschaf- ter. Das bedeutet auch, dass Gewinn- maximierung nicht mehr im Vordergrund steht, sondern eine Effizienzsteigerung direkt den Kunden zu Gute kommt. Durch eine höhere Effizienz der BWI erhalten die Kunden somit mehr Leistungen für weniger Geld. Es ist zu erwarten, dass die BWI die Bandbreite ihrer Leistungen erweitern und weitere Aufgaben von der Bundeswehr über- nehmen wird. Denkbare Felder sind auf der Ebene der IT-Infrastruktur, wie Daten- netze und Rechenzentren, oder auf der Anwendungsseite, wie etwa bei SASPF zu finden. Dies kann der BWI jedoch nur gelingen, wenn sie die Tiefe und Breite ihrer Wertschöpfung erhöht und es ihr gleichzeitig gelingt, ihre Kernkompetenz zu schärfen und neue Fähigkeiten aufzubauen. Dabei muss das Augenmerk der BWI weiterhin auf Stabilität, Qualität und Effizienz liegen. Denn nur so wird es ihr möglich sein, zum einen der Bundeswehr gute Leistungen zu bieten und darüber hinaus – wie vom Haushaltsausschuss im Herbst 2016 beschlossen – auch IT-Services für andere Bundesressorts anbieten zu können. Solide IT-Infrastruktur als Basis für weitere Leistungen Für die IT von Organisationen wie der Bundeswehr mit ihren vielen verteilten Standorten und Sicherheitsanforderungen bildet ein eigenes, hochverfügbares und leistungsstarkes Weitverkehrsnetz eine unverzichtbare Grundlage. Daher zählte der Aufbau eines solchen Netzes zu den ersten und wichtigsten Vorhaben, die die BWI bei HERKULES umsetzte. Der Schwerpunkt lag dabei auf Verfügbarkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Leistungsstärke und der Möglichkeit das WAN bei Bedarf flexibel weiter ausbauen zu können. HHK 3/2017


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