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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Der Bürgermeister der Stadt Bonn, Reinhard Limbach, hieß die Gäste der Fachausstellung herzlich will- kommen. Als höchster Repräsentant der Bundes- wehr referierte Generalleutnant Jörg Vollmer, Inspekteur des Heeres, zu „Cyber-Sicherheit und –Verteidigung als Schlüssel für Informations, Führungs- und Wirkungsüberlegenheit bei Landopera- tionen“. Prof. Dr. Gabi Dreo-Rodosek, Lehrstuhlinhaberin für Kommunikationssysteme und Internet-Dienste an der Universität der Bundeswehr München mit ihrem Vortrag „Cyber- Cluster@UniBwM: ein Ökosystem für die Forschung, Entwicklung und Innovation“. Generalmajor Dr. Ansgar Rieks, Amtschef des Luftfahrtamt der Bundeswehr und Stellv. Vorsitzender der AFCEA Bonn e.V., moderiert in seiner charmanten Art den 2. Tag der AFCEAFachausstellung. kleine Cyber-Armeen große Wirkung erzielen. Als Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge werde der Org. Bereich CIR Personal rekrutieren und die eigenen Systeme härten. Bis zu 30 Incident Response Teams sollen dafür aufgebaut und Einflussgrößen relevant werden. Hybride Bedrohungen, Angriffe durch erschwingliche Hochtechnologie, Desinformation, Manipulation oder Eingriffe in Waffensysteme seien denkbar. „Die Welt hat sich schneller gedreht als erwartet.“ Darum forderte Vollmer eine konsequente Digitalisierung der Streitkräfte. Zur Unterstützung des Heeres mit den neuen Cyber-Fähigkeiten forderte er, schneller zu werden. Lieferfähigkeiten und -zeiten von zehn und mehr Jahren seien „absurd“. Nur im Zusammenspiel der Fähigkeiten seien künftige Aufgaben und Schutz sicherzustellen. Man brauche auf der einen Seite „Nerds“ für den Cyber- und Informationsraum, doch die Entscheidung werde am Ende immer durch „Boots on the Ground“ – also Kampftruppen des Heeres – fallen. Prof. Dr. Gabi Dreo-Rodosek, Lehrstuhlinhaberin für Kommunikationssysteme und Netzsicherheit an der Universität der Bundeswehr München, berichtete in ihrem Vortrag „Cyber-Cluster@UniBwM: ein Ökosystem für Forschung, Entwicklung und Innovation“ über den Stand des Aufbaus des neuen Clusters. Auch sie legte besonderen Wert auf Schnellig- keit: Autonome Systeme und intelli- gente, vernetzte Geräte benötigen einen besonderen Schutz. Die Gefahr bestehe, dass Smart Grids – also intelligente Stromnetze – manipuliert werden können, ebenso wie moderne Automobile oder Gesundheitssysteme. Hier müsse man Kompetenzen aufbauen, die Systeme verstehen und Lösungen schnell entwickeln. Das sei die Idee hinter dem Cyber Cluster: Forschung, Bündelung der Kompetenzen, Entwicklung von Produkten und Innovation. Dafür habe man schon jetzt die höchste Dichte an Akteuren zusammenbe- kommen. Der Cyber Cluster der UniBw in München sei das beste Ökosystem für Innovation. Einblick in die Cyber-Verteidigung Den zweiten Tag moderierte Generalmajor Dr. Ansgar Rieks, Amtschef Luftfahrtamt der Bundeswehr, und Stellv. Vorsitzender AFCEA Bonn e.V. Für den neuen Inspekteur des Organisations- bereichs Cyber/Informationsraum der Bundeswehr, Generalleutnant Ludwig Leinhos, trug Oberst i.G. Armin Fleischmann, Unterabteilungsleiter Kommando CIR und Vorstand AFCEA Bonn e.V. vor. In Zeiten, wo es immer einfacher wird, Angriffe aus dem Hinterhof zu fahren, müsse der neue Org-Bereich Cyber und Informationsraum – „ein Eckpfeiler der gesamtstaatlichen Sicherheitsarchitektur“ werden – so auch der Titel von Fleischmann. Mit der steigenden Verwundbarkeit und Vernetzung – besonders bei unklaren Zuständigkeiten wie derzeit noch in vielen Ländern – könnten 42 HHK 3/2017


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