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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Streitkräfte im NATO-Bündnis NATO-EU-VN Patrouillienschiff P11 ZEMAITI der litauischen Marine. Litauisch-amerika- nische Ausbildung. Infanterieverbände der Brigade IRON WOLF und weiteren Elementen der Luftwaffe, Spezialkräfte und Logistikeinheiten. Die Fähigkeiten zum Host- Nation Support wird in Pilotfunktion der Landstreitkräfte ausgebaut. Insgesamt umfasst das Heer rund 10.000 Berufs, Zeitsoldaten, Wehrpflichtige und beorderte Reservisten, darunter auch ein Anteil von Frauen, für die fast alle Verwendungen geöffnet sind. Nach Mobilmachung kann das litauische Heer von derzeit zwei aktiven bzw. teilaktiven Brigaden auf drei Brigaden (IRON WOLF Wolf, Zemaitija, Auksteitija) aufwachsen. Schwerpunkt der Modernisierung sind die Landstreitkräfte. Die Luftstreitkräfte mit rund 1.100 Mann sowie rund 15 Luftfahrzeugen, bestehen aus einem Führungskommando, Anteil Luftraumüberwachung im trinationalen Baltnet, einem Flugabwehrbataillon, Flugbasis, Baukräften, Depot mit Werkstätten und einem Luftwaffen-Ausbildungszentrum. Die Luftverteidigung in der Luft wird im Rahmen des Baltic Air Policing von einigen NATO -Nationen im Rotationsverfahren sichergestellt. Zu den Seestreitkräften gehören 600 aktive Dienstposten für die Strukturen: – ein Marineführungskommando, – eine Einsatzflotille mit 12 Schiffen/ Booten zum Küstenschutz und Minen- jagd, – K üstenüberwachungsdienst, – Minentaucherkräfte, – Marinelogistikeinheiten, – ein Ausbildungszentrum, – ein Marine Rettungskoordinierungs- zentrum. deutlich um 150 Millionen Euro erhöht, so dass sich Litauen mit 1,8% seines BSP der angestrebten 2% Marke deutlich nähert. Nach derzeitiger Planung soll in 2018 die 2,0% BSP-Marke überschritten werden. Schwerpunkte der Verteidigungsanstrengungen sind: – Fähigkeiten für Kampf- und Kampf- unterstützung, – Fähigkeiten zur einsatzorientierten A usbildung, – Modernisierung von Führungs- und I nformationssystemen und Cyber- S icherheit. Dabei haben die Maßnahmen, die sich aus den NATO -Beschlüssen von Wales (2014) und Warschau (2016) speziell für Litauen ergeben, Vorrang. Sicherheitssektor Der Sicherheitssektor in Litauen besteht aus – N ationaler Sicherheitsrat, bestehend unter dem Vorsitz des/der Präsident(in) als Oberbefehlshaber der Streitkräfte im Krieg, dazu Ministerpräsident, Vor- sitzender des Parlamentes, Verteidi- gungsminister und Generalstabschef (CHOD); – Verteidigungsministerium mit nach- geordneten Streitkräften für die äußere Sicherheit, – I nnenministerium mit Polizeikräften zur Inneren Sicherheit, – Finanzministerium mit Zolldienst. Er unterliegt parlamentarischer Kontrolle im Hinblick auf Gesetzgebung, Langzeitplanungen, Budgets, Einsätzen und sonstigen parlamentarisch relevanten Aspekten. In Litauen wurde auch ein nationales Cyber Center eingerichtet. Verteidigungsbereich Die sicherheitspolitische und strategische Führung der Streitkräfte erfolgt durch das Verteidigungsministerium. Dieses gliedert sich unter Leitung des Verteidigungsministers in sechs Abteilungen bzw. Bereiche: – P olicy-Director sicherheitspolitische Fra- gestellungen, Zusammenarbeit mit den Vizeverteidigungsministern bzgl. deren Geschäftsbereichen; – Vizeverteidigungsminister mit Be- reichen Strategischer Planung, Euro- atlantische Kooperation, Internatio- nale Einsätze, Öffentlichkeitsarbeit, P rotokoll, ZMZ und Militärakademie; – Vizeverteidigungsminister mit Be- reichen Budget, Cyber- und Kommu- nikationstechnologie; – Vizeverteidigungsminister für Be- schaffung, Logistik und Infrastruktur; – K anzler des Ministeriums (Verwal- tungschef) mit unterstützenden Be- reichen wie Wehrverwaltung, Perso- nal, Rechtswesen/Prozessmanagement/ Militärmuseum/Protokoll/Controlling; – Generaldirektor für Fähigkeiten und R üstungsfragen, – Generalstabschef mit unterstelltem Führungsstab (dieser außerhalb des Ministeriums). Die Streitkräfte bestehen aus dem Mili- tärischem Führungsstab des Generalstab- schefs (wie Generalinspekteur), den Land-, Luft- und Seestreitkräften sowie Spezialkräften. Streitkräfteziel ist, den Umfang von heute rund 16.000 Uniformträgern auf 19.500 bis 2019 zu erhöhen. Die Landstreitkräfte gliedern sich in – ein operatives Führungskommando, – die Mechanisierten Brigade IRON WOLF mit drei Infanteriebataillonen, einem Artilleriebataillon, einem Lo- gistikverband und Brigadeeinheiten; – eine motorisierte Infanteriebrigade mit Infanteriebataillon, einem Aufklä- rungsverband und verschiedenen U nterstützungseinheiten. In Auf- stellung befinden sich ein Infanterie- und Artillerieverband; – ein Kommando für Reservetruppen und Reservisten (Heimwehr), – sechs Nationale Reserveverbände, – ein Ausbildung- und Übungszentrum der Landstreitkräfte. Seit 2014 gibt es einen schnellen Eingreif- verband, der innerhalb von Stunden zur Landesverteidigung ablauforganisato- risch eingesetzt werden kann. Er besteht aus zwei Infanteriegefechtsverbänden aus zwei der aktiven Motorisierten HHK 3/2017 35


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