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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Bundeswehr Über das George C. Marshall Center Lösungen zur Krisen- bzw. Konfliktbewältigung mitwirken können. Ein besonderer gern angenommener Bonus ist zugleich, dass ein ehemaliger Teilnehmer durch Mitgliedschaft in der Alumni- Organisation sich weiterhin über Programme am GCMC informieren, mit anderen Ehemaligen oder Stammpersonal in Kontakt bleiben und für die Lösung seiner Alltagsaufgaben Rat finden kann. Eine beachtliche Anzahl von Teilnehmern an GCMC Programmen seit 1993 hat im Laufe der Zeit bereits Spitzenverwendungen erreicht. Hierzu gehören u.a. ein ehemaliger Außenminister Polens, der derzeitige bzw. ehemalige Verteidigungsminister Kroatiens und Litauens, die ehemalige Präsidentin des Kosovo, um nur einige zu nennen. Von 556 Absolventen sind inzwischen 2 Staats- bzw. Ministerpräsidenten, 2 Parlamentspräsidenten, 17 Minister, 30 Stellvertretende Minister (Staatssekretäre), 6 Generalinspekteure/ Inspekteure, 138 Botschafter, 60 Abgeordnete. Insgesamt 5 der 28 stän- digen NATO -Vertreter im Botschafterrang sind ebenfalls Alumni des GCMC. Aus Deutschland kommen 250 Alumni. Organisation und Infrastruktur Die Programmziele werden bei den Teilnehmern einerseits durch ein besonders ausgewähltes und qualifiziertes, berufs- erfahrenes ziviles wie militärisches Stammpersonal erreicht. Anderseits er- leichtert die Ausbildungsinfrastruktur mit Sprachmittler-Ausstattungen eine nach- haltige und wirksame Zielerreichung mit einem „Wohlfühl-Klima“. Am Sprachenzentrum können Sprachkenntnisse in Ost- sprachen und Englisch vertieft werden. Eine umfangreiche Bibliothek mit tausen- den Bänden und mehr als hundert internationalen sicherheitspolitischen Fachzeitschriften aus dem europäischen, asiatischen und afrikanischem Raum steht ebenfalls zur Verfügung. Hierzu gehört auch ein Archiv russischer Zeitschriften wie der Prawda, das über Ausgaben bis in die späten 1940 Jahre verfügt. Die Zeitschrift Concordiam ist eine periodische, kostenfreie sicherheitspolitische Fachschrift, die über Themen zur den Programmschwerpunkten berichtet. Hierzu gehörten unter anderem Schwerpunktausgaben über Cyber-Sicherheit, hybride Kriegführung und ausgewählte Konfliktregionen. Am GCMC gibt es moderne Unterkünfte für die standortgebundene Programmdurchführung. Bei Seminardurchführungen in anderen Ländern werden adäquate Hotelunterkünfte angemeldet. Lehrgangsplätze werden in einem ITgestützten Lehrgangskatalog veröffent- licht. Regierungen von Staaten des Inter- essengebietes des GCMC in Europa, hier vor allem Ost- bzw. Südosteuropa, Nordafrika und Vorder-Orient erhalten detaillierte Informationen und im Rahmen der jeweiligen bilateralen Zusammenarbeit Lehrgangsplatzangebote. Beispiel: SRS-Lehrgang Aufgrund des möglichen Themenspektrums hat jedes Programm seine Alleinstellungsmerkmale. Das Seminar SRS (Seminar on Regional Security) von drei Wochen Dauer mit 120 Seminarstunden wendet sich an Verantwortliche in Ministerien und höheren Ämtern, die mit Konfliktanalysen, Krisenmanagement und Krisenbewältigung mittelbar SRS – Lehrgang am GCMC oder unmittelbar befasst sind. Es wird meist zentral in Garmisch am GCMC durchgeführt, kann aber auch in einem Gastland durchgeführt werden. Der Teilnehmer soll am Ende des Seminars gemäß Lernzielbeschreibung – aktuelle Krisen analysieren können, – A uswirkungen auf die jeweils regio- nale Sicherheit verstehen, – Muster für ein Konfliktmanagement erkennen, – Gender-Aspekte bei Konfliktdimen- sionen und -bewältigung einbeziehen, – Verhandlungsmethoden praktisch ge- übt haben, – I nteresse am Alumni-Programm des SRS haben. Es gliedert sich in drei Module: Modul 1 – Entwicklung gemeinsamen Verständnisses und Einführung in Formen und Methoden von Konfliktmanagement. Hierzu gehören Einführung in Sicherheitspolitik, Völkerrecht, Merkmale von Konflikten, Konfliktlösungskonzepte, NATO -Krisenmanagement, Rolle der VN in Krisen, EU Krisen Management Konzept. Modul 2 – Analyse von Konflikten nach Ursachen, Wirkmustern, Konfliktparteien und Effektivität von Krisenmaßnahmen. Dieses Modul schließt die Untersuchung aktueller Konfliktfelder wie Ukraine, Libyen, Syrien, Nagorny-Karabach, Transnistrien und Armenien ein. Da- rüber hinaus wird der Teilnehmer mit dem vielfältigen Instrumentarium zu Krisenbewältigung vertraut gemacht. Modul 3 – Praktische Anwendung von Konfliktmanagement in einer mehrtägigen Übung mit simulierter Konfliktumgebung, Entwicklung von nachhaltigen Lösungsstrategien, deren Diskussion sowie umfängliche Übungsbesprechung Organigramm GCMC. und Auswertung der Ergebnisse. 26 HHK 3/2017


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