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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Bundeswehr Über das George C. Marshall Center Das George C. Marshall Center in Garmisch Ein Katalysator sicherheitspolitischer Zusammenarbeit Friedrich K. Jeschonnek In seiner Ausgabe 5/2016, Seiten 20 und 21 hatte der HHK das George C. Marshall Center (GCMC) hinsichtlich Aufgabe, Konzeption, Ausbildungsangebot und Stellenwert vorgestellt und weitere Berichterstattung angekündigt. Zwischenzeitlich hat sich einiges am Zentrum verändert. Eine neues MoA (Memorandum of Agreement) vom Oktober 2016 erweitert den Bedeutungszuwachs deutscher Mitwirkung und Kooperation. Der HHK konnte sich über die Entwicklung am GCMC informieren und an einem seiner Seminare teilnehmen. Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Stellvertretenden Direktor, BG a.D. Johann Berger, und den deutschen Anteil des GCMC. Allgemeines Das George C. Marshall Center (GCMC) in Garmisch ist eine bedeutende Einrichtung der deutsch-amerikanischen Zu- sammenarbeit. Sein Auftrag besteht in der Schaffung eines stabilen Sicherheitsum- feldes durch die Unterstützung demokra- tischer Institutionen, die Verbesserungen von Beziehungen und Förderung eines aktiven, friedlichen und ressortübergreifenden Ansatzes im Umgang mit transnationalen und regionalen Sicherheitsproblemen sowie dem Aufbau bzw. dem Unterhalt von tragfähigen Partnerschaften (vgl. HHK 5/2016, S.20/21). Die Umsetzung erfolgt in Form von Kursen und Seminaren zu Fragen der Sicherheits- politik und damit verbundener gesamtstaatlicher Strategien bzw. Zielsetzun- gen für Lehrgangsteilnehmer aus Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Im Fokus sind neben amerikanischen und deutschen Lehrgangsteilnehmern Angehörige von staatlichen Behörden und Regierungsinstitutionen in leitenden Funktionen und von Nicht-Regierungsorganisationen mit demokratischer Ausrichtung. Die Kursteilnehmer erhalten nach modernen Methoden der Erwachsenenbildung das Rüstzeug, um Konfliktfelder analysieren und Lösungsoptionen entwickeln zu können. Hat jemand an einem der internationalen Seminar- und Lehrgangsprogramme teilgenommen, hat er die Möglichkeit, der Alumni-Organisation des GCMC beizutreten, deren Datenbank zu nutzen und sich auf geschützten Plattformen mit anderen ehemaligen Teilnehmern oder Dozenten des GCMC auszutauschen und ggf. Rat zu erbitten. Von 1993 bis 2017 haben rund 15.000 Teilnehmer aus 152 Staaten an Kursen teilgenommen, von denen über 60% das „Alumni-Angebot“ nutzen. Periodisch wiederkehrend werden für Alumni regionale Weiterbildungsveranstaltungen durchgeführt. Das GCMC hat seine Ursprünge als höhere US Bildungseinrichtung in einem System nationaler amerikanischer Einrichtungen. Das Besondere am GCMC und Alleinstellungsmerkmal ist, dass es in Form einer bilateralen Kooperation mit dem Gastland geschaffen wurde. Damit werden nicht nur synergetische Effekte in hervorragender Ausbildungsumgebung für bedeutsame Aus- bzw. Weiterbildungsprogramme bzw. internationale Begegnungen genutzt, sondern zugleich ein deutliches Zeichen der transatlantischen Kooperationen gesetzt. Ein im Oktober 2016 aktualisiertes Memorandum of Agreement (MoA) bildet Das GCMC ist nach dem US General of Army, George C. Marshall, benannt der Generalstabschef der US Streitkräfte im II. Weltkrieg sowie US Außenminister in den Nachkriegsjahren war. Ihm haben die Europäischen Staaten eine umfangreiche Aufbauhilfe zu verdanken, die als „Marshallplan“ in die Geschichte ging. auf längere Zeit eine solide Grundlage, die gesetzten strategischen Ziele der Einrichtung dauerhaft und mit großer Reichweite zu realisieren. Neues MoA vom Oktober 2016 Bestand die deutsche Mitwirkung seit 1993 im Wesentlichen aus der Mit- wirkung durch rund 25 deutsche Dozenten bzw. Unterstützungspersonal, so werden im Rahmen des MoA ab Oktober 2016 – die deutsche Mitwirkung bei curricu- larer Erstellung erweitert, – auch Seminare unter deutscher Leitung und Konzipierung erfolgen, – durch Deutschland 25% der Lehr- gangsteilnehmer festgelegt und ein- geladen, – der deutsche Anteil am GCMC erhöht, – der deutsche Finanzierungsanteil bis zu einer Höchstgrenze auf 25% der Blick in die Liegenschaft des GCMC. Gesamtkosten erweitert. 24 HHK 3/2017


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