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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Buchrezensionen Service 129 heit bzw. zur Entwicklung des Landes waren Bewässerungsanlagen und Staudämme in Ägypten aufgrund der allseits bekannten klimatischen Bedingungen unerlässlich. Es wird dargestellt, wie Wasserbauingenieure im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umfeld zunächst unter britischer, dann ägyptischer Herrschaft einen „neuen“ Nil konstruierten, um Ägypten in einen prosperierenden und fortschrittlichen Staat zu transformieren. Der Nil wurde zur Arena von Auseinandersetzungen um Erfassung/Vermessung, Raumgestaltung sowie Konfiguration und Kontrolle des Flusses. Mit seiner Dissertation schließt der Autor eine Forschungslücke. Dabei wird zugleich die strategische Bedeutung von Wasser exemplarisch am Beispiel des Nils und Ägyptens verdeutlicht. Die Thematik beleuchtet Technikgeschichte, ist allerdings in ihren Dimensionen zukunftsweisend, da die Ressource Wasser vielerorts aufgrund klimatisch verursachter Verknappungen zunehmend an strategischer Bedeutung gewinnt. Die Studie von Ewald Blocher verdient einen breiten Leserkreis und Beachtung, die weit über unseren Leserkreis hinausgeht. Bombenkrieg 1914 – 1918 – London und Paris im Visier Frank Buchholz/Horst Schuh, Bombenkrieg 1914 – 1918 – London und Paris im Visier, Helios Verlag, Aachen 2016, ISBN 978-3-86933-155-3, Hardcover, 88 Seiten, durchgehend illustriert, Quellen und Anmerkungen. In zwei Studien setzen sich die beiden Autoren quellen- gestützt mit den deutschen Luftangriffen auf England bei Tag und Nacht und mit den Bombenangriffen auf Paris auseinander. In beiden Teilen befassten sich die Autoren mit Zielsetzung, Abläufen, Technik, Bewaffnung, Bomben, organisatorischen und Einsatzstatistik. Auch die mit dem damaligen Bombenkrieg verbundenen Begrifflichkeiten und ihre Wirkung werden berücksichtigt. Dieses Buch ergänzt bisherige Veröffentlichungen zum Bomben- bzw. Luftkrieg im Ersten Weltkrieg. Besondere Beachtung verdienen die Illustrationen die zum Teil aus privaten, bislang nicht zugänglichen Sammlungen eingear- beitet wurden und die textlichen Aussagen abrunden. Für alle am Ersten Weltkrieg und mit den Anfängen der Luftkriegführung Interessierten wird dieses Werk uneingeschränkt empfohlen. Für Sammler ist es ein Muss. Kreta erregte die deutsche Fallschirmtruppe 1940/41 weltweite Aufmerksamkeit, die bis heute andauert. Weniger bekannt ist, dass bereits 1939 beim Angriff auf Polen und Beginn des Zweiten Weltkrieges der Einsatz von Fallschirmtruppen im Luftlandeeinsatz geplant war, aber nicht erfolgte. Dennoch wurden die Fallschirmjäger nachgeführt sowie am Boden teils infanteristisch und teils für besondere Aufgaben eingesetzt bzw. bereitgehalten. Darüber berichtet das Buch unter Berücksichtigung der eingesetzten Einheiten bzw. Verbände. Bei der Studie handelt es sich um eine sorgfältige, quellengestützte Recherche, bei dem die noch verfügbaren Dokumente und Fachliteratur ausgewertet und mit weitgehend bislang nicht veröffentlichten Bildern zu einem Buch zusammengeführt wurden. Damit wird eine Lücke geschlossen, da der Einsatz in Polen bislang nur marginal – wenn überhaupt – in der Literatur behandelt wird. Das Buch gewährt einen tiefen Einblick in die Truppe im Jahre 1939, verstärkt mit privaten sowie amtlichen Fotos Gliederungsbilder, Kar- ten, Urkunden und Stellen- besetzungslisten. Für die Interessenten der Fallschirm- truppe ist dieses Werk zweifellos ein Muss. Ihm ist ein großer Leserkreis zu wünschen. Elsenborn – Lager und Truppenübungsplatz – Instrument europäischer Geschichte 1894 – 2014 Leo Leyens/Léon Renardy/Leo Wintgens, Elsenborn – Lager und Truppenübungsplatz – Instrument europäischer Geschichte 1894 – 2014, Helios Verlag, Aachen 2015, ISBN 978-3-86833-135-5, 213 Seiten, durchgehend illustriert, Anlagen, Quellenverzeichnis, zweisprachig deutsch und französisch, mit englischer Kurzfassung. In diesem von deutschen und belgischen Heimatforschern zusammengestellten Werk wird die Rolle des Truppenübungsplatzes ELSENBORN unter wechselnder preußisch-deutscher bzw. belgischer Verwaltung im Verlauf der letzten mehr als hundert Jahre dargestellt. Dabei wird auf Nutzungskonzepte, Leistungen, Ereignisse, Führungsorganisation, Rolle während der zwei Weltkriege, Beziehungen zum zivilen Umfeld, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte, Umfeld, Landschaftsschutz und sonstiges, was die Geschichte des Truppenübungsplatzes bestimmte, eingegangen. Ein herausragender Bild- Text-Band, der die Geschichte eines „europäischen“ Truppen- übungsplatzes umfänglich nach- zeichnet. Damit wird zweifel- los eine der vielen Lücken geschlossen, die es noch bezüglich der Histographie militärischer Infrastruktur in Mittel- europa gibt. Der einmalige Belgisch-Deutsche Erinnerungsband wird unseren Lesern ausdrücklich empfohlen. Deckname Fall Weiss – deutsche Fallschirmjäger im Polenfeldzug 1939 Stephan Janzyk, Deckname Fall Weiss – deutsche Fallschirm- jäger im Polenfeldzug 1939, VS-Books-Verlag, Herne 2015, ISBN 978-3-932077-41-8, 152 Seiten, über 200, teils farbige Abbildungen im Text, Anhänge, Quellen und Literaturverzeichnis. Durch die Fallschirmsprungeinsätze in Norwegen, Belgien, den Niederlanden sowie schließlich in Griechenland und HHK 3/2017


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