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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

114 Serie: Wehrtechnische Dienststellen der Bundeswehr Eines der aktuellen Großprojekte ist die Erprobung eines Nachfolgemusters der Lkw vom Typ MAN, die derzeit als zweiachsige Lkw 5to, drei-achsige Lkw 7to und vier-achsige Lkw 10to genutzt werden. „Als ungeschützte Transportfahr- zeuge UTF soll es künftig Lkw mit 5to und 15to geben“, sagt Simon, „und das als Drei-, beziehungsweise Vierachser.“ Bei den laufenden Vergleichserprobungen mit Prototypen von zwei interessierten Industriekonsortien wird akribisch darauf geachtet, dass diese exakt den gleichen Belastungen ausgesetzt werden. Der Bereich „Forschung und Technologie“ hat wieder an Bedeutung gewonnen. Das sei nicht nur für die Bundeswehr der Zukunft wichtig, sondern auch für das eigene Personal, betont Simon. „Wenn bei uns die erste neue Hardware aufschlägt, egal ob das nun ein neues Energie oder ein Pioniersystem ist, müssen unsere Mitarbeiter die Thematik eigentlich schon kennen!“ Man brauche deshalb solche „Spielwiesen“, auch wenn sie zeitlich nicht unmittelbar in ein aktuelles Projekt einfließen. Ein wichtiger Punkt sei auch die Energieversorgung von Feldlagern. Derzeit ist diese über Kraftstoff sichergestellt. Anzustreben sei es aber, zumindest einen größeren Prozentsatz über Solar- energie oder andere Formen zu ge- winnen. In einem Energiecamp soll geprüft werden, wie man das für ein Feldlager umsetzen kann. Bedeutsam für die Einsätze ist auch der Bereich „Bodenmechanik“ in Rübenach 1. Dort gibt es einige wenige Mitarbeiter, die auskunftsfähig sind über die Beschaffenheit eines Untergrundes. Sie können fundierte Untersuchungen leisten und Aussagen treffen, wie etwa in Afgha- nistan der Untergrund zum Straßenbau bearbeitet werden sollte. Anders als in Deutschland, wo man zunächst die Oberfläche mit einer Planierraupe wegschieben würde, sollte dort nämlich auf den vorhandenen Untergrund einfach oben drauf gebaut werden. Ein neues Thema, das die WTD 41 angeht, ist der Aufbau eines Kompetenzzentrums für Retten und Bergen von Fahrzeugbesatzungen aus geschützten Fahrzeugen und geschützten Containern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Be- satzung beim Unfall eines geschützten oder auch gepanzerten Fahrzeuges aus diesem hinaus kommen kann. Ständiges Erprobungsobjekt ist der Kampfpanzer LEOPAR D 2. In Fraulautern laufen gegenwärtig Tests, in denen Bauteile von neuen Herstellern, zum Beispiel der Antriebskränze, überprüft werden. Ein umfangreiches neues Testprogramm zeichnet sich ab. Im Jahr 2015 hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angekündigt, die Zahl der Kampfpanzer wieder zu erhöhen und dafür rund 100 gebrauchte LEOPAR D 2 von der Industrie zurückzukaufen und zu modernisieren. Ende April hat der Haushaltsauschuss des Bundestages die Mittel bewilligt. Der Vertrag mit der Industrie soll noch vor der Bundestagswahl unterzeichnet werden. „Wir werden künftig Kampfpanzer in der 70 Tonnen Klasse haben“, erklärt Simon. Der neue LEOPAR D 2 A7V wird Wehrverwaltung Die syntheti- schen Erprobungsbahnen auf dem Gelände der WTD 41 in Trier. © WTD 41 HHK 3/2017 Energiecamp auf dem Gelände der WTD 41 © WTD 41 Schützenpanzer Puma im Geländekurs auf dem Grüneberg in Trier © WTD 41


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