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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Marine Ein Statusbericht zur deutschen Schiffbauindustrie Mit Green- und High-Tech auf sauberem Kurs in die Zukunft Wir können Schiffbau – nationale Kompetenz der Werftindustrie Die Rolls-Royce Power Systems AG hat in 2016 ihr Green- und High-Tech-Pro- gramm gestartet. Mit diesem Programm investiert das Unternehmen gezielt in umweltfreundliche Zukunftslösungen für weniger Schadstoffausstoß und ge- ringeren Energie- und Rohstoffverbrauch. Die CO2-Reduzierung wird im maritimen Sektor sicherlich nur in mehreren Schritten erreichbar sein. Zu diesem Thema hat Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender der Rolls-Royce Power Systems AG gemeinsam mit Dr. Daniel Chatterjee, Leiter Abgasnachbehandlung & Green- und High-Tech-Programm bei Rolls- Royce Power Systems kürzlich in Friedrichshafen ein Interview gegeben. MTU/HHK: Antriebe der Marke MTU für Schiffe sind weltweit unterwegs und sie sind einer Ihrer wichtigsten Umsatz- träger. Welche Herausforderungen sehen Sie in einer nachhaltigen Entwicklung der maritimen Wirtschaft und welchen Beitrag werden Sie als Unternehmen dazu leisten? Schell: Wir müssen die Mobilitäts- und Energieansprüche einer wachsenden Weltbevölkerung gewährleisten, und zwar trotz knapper werdender Ressour- cen und mit signifikant weniger Belastung für unsere Umwelt. Wir sind dabei, neue Technologien und Dienstleistungen zu entwickeln, die Werften und Schiffsbetreiber dabei unterstützen werden, die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu bewältigen. Mit unseren Entwicklungen bieten wir ihnen leistungsstarke Antriebssysteme mit mehr Effizienz, geringeren Life- Cycle-Kosten und größerer Umweltfreundlichkeit. 2016 haben wir unser Green- und High- Tech-Programm gestartet. Mit diesem Programm investieren wir gezielt in umweltfreundliche Zukunftslösungen für weniger Schadstoffausstoß und geringeren Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender der Rolls-Royce Power Systems AG. Energie- und Rohstoffverbrauch. Die CO2-Reduzierung wird im maritimen Sektor sicherlich nur in mehreren Schritten erreichbar sein. Der Ver- brennungsmotor wird noch lange Zeit Teil der Lösung sein. Allerdings nicht so, wie wir ihn heute kennen. Sondern mit moderner Abgasnachbehandlung und alternativen Kraftstoffen sowie ergänzt durch Hybridisierung und Digitali- sierung. Wir streben bis 2030 eine Ver- besserung der CO2-Emissionen um bis zu 30 Prozent an. MTU/HHK: Dr. Chatterjee, Sie leiten bei Rolls-Royce Power Systems das Green- und High-Tech-Programm. Welche Schwer- punkte verfolgen Sie? Dr. Chatterjee: In unserem Green- und High-Tech-Programm legen wir den Fokus auf: Elektrifizierung, alternative Kraftstoffe, Abgasnachbehandlung, Digita- lisierung und Gesamtsystemfähigkeit Daniel Chatterjee, Leiter Abgasnach- behandlung & Green- und High-Tech-Programm. (Angebot von gesamten Antriebs- und Energie-Erzeugungssystemen). Unsere Dieselmotoren-Antriebe sind schon heute äußerst effizient und technologisch ausgefeilt. Mit modernen Abgasnachbehandlungssystemen senken wir nochmals deutlich die Schadstoffemissio- nen. Integrierte Lösungen aus Motor und Abgasnachbehandlung sorgen für hohe Effizienz und eine perfekte Abstimmung beider Komponenten. Elektromotoren bzw. Hybridantriebe sind bei maritimen Antriebssystemen und bei unseren hybriden Bahnantrieben schon heute ein wichtiger Baustein für die grüne Mobilität der Zukunft. MTU hat für die kürzlich in Betrieb genommene weltgrößte Segelyacht, die „Sailing Yacht A“, ein innovatives, kundenspezifisches Hybrid-Antriebssystem geliefert. Es handelt sich dabei um eine kombinierte diesel-elektrische Antriebsanlage, die sieben verschiedene Antriebsmodi ermöglicht. Je nach Bedarf kann durch den Einsatz von Diesel- und Elektromoto- ren eine schnelle Geschwindigkeit erreicht werden, es ist aber auch eine langsame Fahrt mit geringen Vibrationen und redu- ziertem Kraftstoffverbrauch möglich. In unserem Green- und High-Tech-Pro- gramm arbeiten wir außerdem an mobi- len Gasmotoren, das heißt an Motoren, die mit konventionellem Erdgas oder 110 HHK 3/2017


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