Page 106

Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Marine Ein Statusbericht zur deutschen Schiffbauindustrie Schiffbaulicher Ausblick bei der Marine Wir können Schiffbau – nationale Kompetenz der Werftindustrie Autoren des Marinekommando Abteilung Planung/Konzeption Schiffbauliche Aspekte stehen aus Sicht der Marine zwar am Ende der Planungs- und Rüstungsprozesse, sind letztendlich jedoch die Umsetzung der gesamten gestalterischen Leistung in den Prozessen. Die Umsetzung begründeter Fähigkeitsforderungen, die grundsätzlich aus den Erkenntnissen des Force Providers Marine aus Einsatz und Betrieb, der Weiterentwicklung von Einsatzgrundsätzen- und verfahren sowie der Auswertung zukünftiger Technologien resultieren, in ein zeitgerecht bereit gestelltes leistungsfähiges schwimmendes (oder fliegendes) Waffensystem steht für die Deutsche Marine im Mittelpunkt dieser Prozesse. Leitend für die Deutsche Marine ist die Fähigkeit zur verbundenen Seekriegsführung auf, unter und über dem Wasser sowie von See an Land. Schwerpunkte innerhalb dieser Grundbefähigung sind die Befähigung zur U-Bootbekämpfung in einem dreidimensionalen Verbund aus Schiffen, Luftfahrzeugen und U-Booten. Weiterhin der maritime Beitrag zur Integrierten Luftverteidigung einschließlich der Abwehr ballistischer Flugkörper im Verbund mit der Luftwaffe und anderen Partnern. Hinzu kommt eine moderne Befähigung zur Seeminenabwehr, die insbesondere auf die Eigenheiten des eigenen Operationsgebietes an der Nord- flanke des Bündnisses zugeschnitten ist, die zukünftige Rolle Deutschlands als Rahmennation für konventionelle UBootoperationen sowie eine deutliche Erhöhung der Fähigkeit zur Führung auf der taktischen Ebene durch ein zukünftiges Baltic Maritime Component Command. Damit werden die Folgerungen des Weiß- buches umgesetzt, die von Deutschland Exemplarische Darstellung eines möglichen Schiffdesigns für MKS180. hochwertige Beiträge sowohl für die Landes- und Bündnisverteidigung wie auch angemessene Beiträge Deutschlands zum internationalen Krisen- und Konfliktmanagement einfordern, die zudem die Möglichkeit multinationaler Kooperation auch als Rahmennation bieten. In der militärischen Führung und der politischen Leitung des Hauses wurde dieser Anspruch akzeptiert und in der zukünftigen Umsetzung für die Seestreitkräfte berücksichtigt. Der Fähigkeitserhalt der Marine in der oben dargestellten Ausprägung in ausreichender Anzahl der Seekriegsmittel wird plane- risch umgesetzt und befindet sich in Teilen bereits im Beschaffungsprozess. Planungsleitend ist für die Marine die Akzeptanz der NATO Planungsziele durch die Bundesrepublik Deutschland und ein dadurch ableitbares Fähigkeitsprofil für die Seestreitkräfte. Dieses bein- haltet verbindliche Ziele für schwimmen- de und fliegende Waffensysteme bis in die dreißiger Jahre hinein. Das Vorhaben MKS180 befindet sich im Vergabeverfahren, die Beschaffung fünf zusätzlicher Korvetten wird durch das BMVg angestrebt, die Deutsch- Norwegische U-Bootkooperation, im Zuge derer die Deutsche Marine zwei weitere moderne Uboote beschaffen wird, wird im Sommer 2017 verbindlich vereinbart. Der Fähigkeitserhalt zur Seeminenabwehr wird durch leistungs- Modellgrafik einer Designoption für den ausgewählten LV1. fähige Einheiten in der zweiten Hälfte 106 HHK 3/2017


Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above