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Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe

Multinationaler Beitrag der Marine zur maritimen Sicherheit Marine Korvette F264 LUDWIGSHAFEN AM RHEIN in schneller Fahrt. © Bundeswehr / Norman Wald HHK: Kürzlich fiel die Entscheidung, die GORCH FOCK als ein wichtiges Element der Marine für die Offizierausbildung in Dienst zu halten. Welche Gründe sprechen hierfür, zumal die Kosten zur Instandsetzung nicht unerheblich sind? Krause: Die Bedeutung der Ausbildung auf der GORCH FOCK besitzt aus meiner Sicht heute einen anderen vielleicht sogar höheren Stellenwert als in den Jahren nach der Indienststellung des Schiffes. Zum einen hat die GORCH FOCK immer noch einen hohen Werbefaktor für die unsere jetzigen Fähigkeiten auf den modernsten Stand zu bringen und zum Ende der nächsten Dekade unsere derzeit in Dienst befindlichen MCMPlattformen durch hochmoderne, neue Einheiten abzulösen. Diese Einheiten werden erheblich erweiterte Fähig- keiten in der Minenabwehr haben. HHK: Wird es in absehbarer Zeit wieder einen EAV geben bzw. wie wird der Ausbildungsbedarf mittel- und langfristig gedeckt werden? Krause: Der letzte Einsatz- und Ausbildungsverband operierte im Jahr 2015 rund um Afrika. Auf der mehrmonatigen Reise haben Einheiten des Verbandes unter anderem an der Operation ATA LANTA teilgenommen und sich zudem mehrfach als operative Reserve bewährt. Neben der Vorbereitung auf eine Evakuierungsoperation deutscher Staatsbürger aus dem Jemen konnte sehr kurzfristig auf den nationalen Auftrag zu Seenotrettung im Mittelmeer – im Vorfeld der Operation EUNAVFOR MED – reagiert werden. Seither ist es uns – einerseits aufgrund der in den vergangenen Jahren quasi verdoppelten Anzahl von Einsätzen und Einsatzgleichen Verpflichtungen und andererseits vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit von Schiffen und Booten – nicht mehr gelungen, wieder eine Reserve aufzubauen. Bei gleichbleibender Auftragslage und Priorisierung ist für die kommenden Jahre noch keine echte Entspannung der Situation in Sicht, das heißt: wir werden absehbar auf einen EAV verzichten müssen. Die Ausbildung der Offizieranwärter an Bord muss also kurz- bis mittelfristig weiterhin flexibel durch Einschiffungen auf Einheiten der Flotte im Rahmen der Einsatzausbildung und des Einsatzes sowie mit der Unterstützung von Partnermarinen realisiert werden. Langfristig bleibt das Ziel, wieder regelmäßig einen Verband als Reserve und zur Ausbildung des Offiziernachwuchses aufzustellen.


Hardthöhenkurier 3/2017 Leseprobe
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